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Projektergebnisse

& Veranstaltungen
Plakat.

Fremd sein – Was ist das?

EINE MULTIMEDIALE THEATERPERFORMANCE MIT NS-ÜBERLEBENDEN UND JUGENDLICHEN
Filmpremiere: SONNTAG 13.09.2020, 17.00 – 19.00 UHR

mit anschließender Podiumsdiskussion zum Thema
„Bildungspolitische Erinnerungsarbeit an Schulen zur Prävention von Antisemitismus, Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit“

mit Sharon Ryba-Kahn, Sophie Brüss, Dr. Jost Rebentisch

Moderation: Nele Posthausen

FORUM Volkshochschule im Museum am Neumarkt
Cäcilienstraße 29-33, 50667 Köln

Eine Stimme finden im Umgang mit Diskriminierung: Am 13.09.2020 findet die Filmpremiere mit anschließender Podiumsdiskussion im VHS-Forum im Museum am Neumarkt in Köln statt. Der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. und die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule Leverkusen laden hierzu herzlich ein.

Die „Stunde Null“ hat es niemals gegeben. Die Erinnerungskultur in Deutschland ist lückenhaft und ja, es gibt strukturellen Rassismus, Antisemitismus, Antifeminismus in Deutschland. Auch wenn es dieses Land oft nicht wahrhaben möchte und von „Einzeltätern“ spricht. Wie soll man sich verhalten, wenn einem Diskriminierung im Alltag begegnet?

Das Projekt „Fremd sein – Was ist das?“ des Bundesverbands Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. in Kooperation mit der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule Leverkusen beschäftigt sich mit dieser Frage und stärkt Jugendliche im Umgang mit Diskriminierung.

Gemeinsam mit Donya Pentetska und Peter Finkelgruen, zwei Überlebende der nationalsozialistischen Verfolgung, erarbeiten die Jugendlichen Theater- und Filmszenen, die sich mit Lebensszenen der beiden Überlebenden beschäftigen. Nationalsozialismus, Holocaust – Geschichten aus der Vergangenheit, die nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Zu einfach war das Weltbild der Nazis: Gut und Böse, Drinnen und Draußen. Aber die Verbreitung dieser einfachen Weltsicht ist nicht mit dem NS-Regime untergegangen: Sie überdauerte. Rechtspopulisten und Rechtsextremisten grölen sie wieder
laut über den Marktplatz oder – leider auch – im Bundestag.

„Ich muss mir oft anhören, dass ich „für eine Schwarze hübsch sei“, erzählt die Schülerin Hornela. Wie umgehen mit solchen Äußerungen? Erneut schweigen? Nein. „Fremd sein – Was ist das?“ schärft das Bewusstsein der Jugendlichen, fremdenfeindliche Aussagen zu erkennen und darauf zu reagieren. Gegen das Vergessen – für eine freie, bunte und gerechte Welt: Deswegen tritt „Fremd sein – Was ist das?“ hinaus in die Öffentlichkeit und lädt zur Filmpremiere und zu einer offenen Diskussion ein.

Eintritt frei.
Da wir uns in Zeiten von Corona befinden, bitten wir um vorherige Anmeldung.

info@nsberatung.de

Biografiewerkstatt

zweite Runde

Das Projekt ist eine Fortsetzung des gleichnamigen Pilotprojekts, das 2018 mit dem 1. Platz beim Engagementpreis des Paritätischen in NRW ausgezeichnet wurde.

Im Rahmen des Projekts interviewen die Jugendlichen die NS-Überlebenden, reflektieren über die Themen Krieg und Verfolgung und schreiben kreative und biografische Texte dazu. Aus dem gesammelten Material entstehen ein Webauftritt mit den Biografien der NS-Überlebenden und eine szenische Lesung, um die Projektergebnisse einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Fremd sein – was ist das?

2019

„Fremd sein – was ist das? “ waren dreizehn Jugendliche aus Köln-Porz und zwei Überlebende des NS-Regimes. Zwei Drittel der teilnehmenden SchülerInnen hatte einen Migrationshintergrund.

Die Arbeit am Projekt sensibilisierte die Jugendlichen für populistische Meinungsmache und die Gefahren eines neuen Nationalismus in Deutschland. Den Jugendlichen wurde die Fähigkeit vermittelt, wie sie rechtem Gedankengut (auch unter Gleichaltrigen) begegnen und was sie dem entgegnen können. Die Aktivitäten des Projekts waren: Durchführung von Interviews, Planung und Durchführung einer Theaterperformance, Gestaltung einer Videoinstallation, Gestaltung und Veröffentlichung der Interviews in Form eines Videoblogs.

Drei öffentliche Aufführungen mit insgesamt mehr als 800 ZuschauerInnen fanden auf der Bühne des Forums in der Schule und im Forum der VHS am Neumarkt statt. Der erste Teil des Theaterstückes erzählt die Geschichte von Tamar Dreifuss, aus ihrem Buch „Die wundersame Rettung der kleinen Tamar“. Der zweite Teil des Stückes erzählt die Geschichte von Peter Finkelgruen.

Biografiewerkstatt

Pilotprojekt

Seit dem Zweiten Weltkrieg waren noch nie so viele Menschen auf der Flucht wie heute. Diese Situation wirft neue Fragen und Herausforderungen auf. Was bedeutet es, verfolgt zu sein und aus seinem Land fliehen zu müssen? Wie agieren rechte Parteien gegen die Geflüchteten? Mit welchen Vorurteilen und Schwierigkeiten werden sie in ihrer neuen Heimat konfrontiert? Wie überwindet man das Trauma der Verfolgung und findet den Weg in das weitere Leben? Was kann man aus der Geschichte der NS-Verfolgung lernen und welche Parallelen kann man in die heutige Zeit ziehen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Biografiewerkstatt.

Im Rahmen des Projekts in den Jahren 2017 und 2018 führten die Jugendlichen mit Unterstützung der Journalistin Angelika Calmez Interviews mit den Überlebenden und erstellten daraus Biografien und kreative Texte, die in einem Sammelband veröffentlicht wurden.

Unter Anleitung der Theaterpädagogin Patricia Langfeld erarbeiteten sie auf dieser Basis eine szenische Lesung, die im Juni 2018 in Köln und Bergheim aufgeführt wurde.

Zeitzeugen-Theater

Geschichten erzählen – Geschichte begreifen

Der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. hat im Jahr 2012 ein Pilotprojekt in der Jugendbildung auf den Weg gebracht, das sich sowohl an die Überlebenden des Nationalsozialismus als auch an die heranwachsende Generation in Deutschland wendet.

Unter der Schirmherrschaft von JDC-Eshel Israel haben neun Schülerinnen und Schüler des Leibniz-Gymnasiums Dormagen zusammen mit sechs Überlebenden nationalsozialistischer Verfolgung ein Theaterstück erarbeitet. Die Regisseurin Svetlana Fourer hat die Verfolgungsgeschichten der Betroffenen dramaturgisch umgesetzt. Begleitet wurde das Projekt von einer Psychologin und einem Sozialarbeiter.

Nach einem Jahr intensiver Proben feierte das Ensemble des Zeitzeugen-Theaters im Februar 2014 seine Premiere am Leibniz-Gymnasium in Dormagen. Es folgten zwei weitere Aufführungen an der Volkshochschule in Köln. Mit über 900 Zuschauern waren die drei Vorstellungen des Zeitzeugen-Theaters ausgebucht.

Im Publikum saßen neben Schulklassen, Eltern und Zeitzeugen auch Schulministerin Sylvia Löhrmann und Maggie Gad, die Bereichsleiterin der israelischen Partnerorganisation JDC-Eshel. Beide betonten die Wichtigkeit dieses Modellprojektes. Mit der gelungenen Inszenierung haben alle Beteiligten den Überlebenden ein Denkmal geschaffen und einen Beitrag zur Demokratieförderung, Aufarbeitung und Dokumentation der Vergangenheit geleistet.